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Darf mein Hund Milch trinken?

Die Milch macht‘s – zumindest wenn man der Werbung Glauben schenken darf. Milch ist überall – egal ob in der Werbung, als Thema in der Politik oder im Regal im Supermarkt. Aber bei genauerem Hinsehen hat sich das Milchangebot in den Supermärkten sehr verändert. Lag früher der grösste Unterschied nur im Fettgehalt so stehen heute im Milchregal nicht nur Milchprodukte sondern auch viele verwandte Produkte die eine laktosefreie Alternative versprechen. Ziegenmilch, Soyamilch, laktosefreie Kuhmilch – der Trend geht ganz klar weg von der Laktose. Denn Laktoseunverträglichkeit ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Ist Milch also wirklich noch so gesund, wie immer behauptet wird? In Nord-Europa vertragen im internationalen Vergleich relativ viele Menschen Laktose und so gilt Milch bei uns als gesundes Lebensmittel, da sie sehr reich an Eiweiss ist und viele Vitamine, Spurenelemente, Proteine sowie Mineralstoffe enthält. Im Gegensatz dazu sind zum Beispiel in Asien und der Türkei fast alle Menschen laktoseintolerant und Milch nimmt dort eine wesentlich weniger prominente Rolle in der Ernährung ein. Also wie so häufig ist die Antwort auf die Frage ob Milch für Menschen gesund ist ein beherztes „Ja, aber…“

Und wie sieht das eigentlich bei unseren geliebten Vierbeinern aus?

Ist Milch gut für Hunde?

Wie kann Milch für Welpen lebenswichtig und für ausgewachsene Hunde ungesund sein? Die Frage stellen sich viele Hundebesitzer, Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch ist das Enzym Laktase. Dieses Enzym spaltet den in der Milch enthaltenen Milchzucker, Laktose, in zwei weitere Stoffe auf, die dann durch den Dünndarm aufgenommen werden können. Dieses Enzym produzieren Welpen in den ersten Wochen nach ihrer Geburt um die Muttermilch besser verdauen zu können. Die Muttermilch ist speziell für Welpen ausgelegt und so der beste Start für die jungen Hunde. Sie werden von ihren Müttern aber nur in den ersten Wochen gesäugt, und je älter der Welpe ist desto weniger Laktase produziert er und mit dem Ende der Säugezeit hört auch die Laktaseproduktion auf. Und ab diesem Zeitpunkt besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund nun laktoseintolerant ist.

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Wie kann man Laktoseintoleranz diagnostizieren?

Die Symptome der Laktoseintoleranz bei Hunden ähneln denen bei uns Menschen. Meist äussert sich die Unverträglichkeit durch Durchfall oder Blähungen. Auch Erbrechen kann ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Hund keine Milch verträgt. Etwas schwieriger zu erkennen sind Bauchschmerzen, unter denen der Hund leiden kann. Meist treten sie kolikartig auf. Der Hund ist in diesem Fall unruhig, jault, legt sich hin, um sofort wieder aufzustehen oder macht Bewegungen als würde er sich strecken.

Wenn Sie sich nicht sicher sind ob Ihr Hund laktoseintolerant ist, dann können Sie einen Intoleranztest machen. Geben Sie ihm etwas Kuhmilch – nicht mehr als 20 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht – und beobachten Sie seine Reaktion. Wenn er keine Symptome zeigt, dann kann Ihr Vierbeiner Laktose verarbeiten.

Welche Milchprodukte können Sie Ihrem Hund geben und welche sollten Sie auf alle Fälle vermeiden?

Milch ist nicht gleich Milch und nicht alle Milchprodukte enthalten die gleiche Menge Laktose. Im Normalfall müssen Sie als Leckerli nicht ganz auf Laktoseprodukte verzichten und Ihr Hund darf ab und zu Hartkäse oder laktosearme Milchprodukte fressen. Im Hartkäse wird während des langen Reifeprozesses die Laktose fast vollständig abgebaut. Aber nicht nur die Laktose macht Milch schwer verdaulich auch die Art der Fette in der Milch können ein Problem für Ihren Hund darstellen. Hauptsächlich sind kurz- und mittelkettige Fettsäuren in der Milch enthalten. Diese können nur schwer im Verdauungstrakt des Hundes bearbeitet werden. Milch ist für eine gesunde Ernährung Ihres Hundes nicht notwendig, kann aber in kleineren Mengen verabreicht werden, insofern diese vertragen wird. Wenn Sie und Ihr Vierbeiner nicht ganz auf Milchprodukte verzichten möchten, dann sollten Sie beim Einkauf folgende Milchprodukte vermeiden:

  • Vollmilch – in jedem Fall für Hunde schlecht verdaulich
  • homogenisierte Milch – aufgrund ihres hohen Milchzuckeranteil nicht gut verdaulich
  • Magermilch – genau wie herkömmliche Vollmilch schlecht verdaulich und hat zudem einen geringeren Energiegehalt infolge des Entzuges von Fett und fettlöslichen Vitaminen
  • Sauermilch – hat ebenfalls einen hohen Milchzuckeranteil
  • Molkenpulver für Weelpen – ist nur für Welpen mit hoher Laktoseverarbeitung geeignet. Den die Molke besteht aus 50 bis 70% Milchzucker.
  • Schmand – hat einen Fettanteil von 20% und ist daher definitiv für Hunde ungeeigenet
  • Kefir – ist zwar reich an Vitamin B aber die in der Herstellung zugesetzten Pilze produzieren Milchsäure, Alkohol und Kohlensäure

Milch für Hunde – Ja oder Nein?

Angesichts der Tatsache dass wir Milch als sehr gesund betrachten ist die Versuchung sehr gross auch unseren Vierbeinern etwas Gutes zu tun und ihnen Milch zu geben. Aber leider kann Milch bei unseren Vierbeinern häufig genau das Gegenteil bewirken und Ihren Hund krank machen. Milch ist für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht notwendig und Ihr Vierbeiner hat keine gesundheitlichen Nachteile wenn er sein ganzes Leben als erwachsener Hund ohne Milch verbringt. Wenn Sie nicht ganz auf Laktoseprodukte verzichten möchten dann sollten Sie diese auf alle Fälle in geringen Mengen geben und auf einen niedrigen Laktosegehalt achten.